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Vinted und Steuer: Was bei 30 Verkäufen oder 2.000 Euro passiert

Seit 2023 müssen Vinted, eBay, Kleinanzeigen, Etsy und andere Plattformen Verkäufer mit 30 oder mehr Verkäufen oder 2.000 Euro und mehr pro Jahr an die Steuerbehörden melden. In Deutschland läuft das über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) bis zu deinem Finanzamt. Eine Meldung ist aber keine Steuer: Entscheidend ist, ob du privat ausmistest oder gezielt einkaufst, um weiterzuverkaufen.

Aktualisiert am 27. September 2026

Was ist DAC7 und das Plattformen-Steuertransparenzgesetz?

DAC7 ist eine EU-Richtlinie (2021/514). Deutschland hat sie mit dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) umgesetzt, das seit dem 1. Januar 2023 gilt. Die erste Meldung lief im Januar 2024 für das Jahr 2023.

Das Gesetz verpflichtet Plattformbetreiber, Daten über ihre Verkäufer zu sammeln und jedes Jahr zu melden. Es führt keine neue Steuer ein und ändert nichts daran, wann ein Verkauf steuerpflichtig ist. Das Finanzamt sieht nur, was vorher unsichtbar war.

Betroffen sind alle Plattformen, die Käufer und Verkäufer zusammenbringen und wissen, wie viel Geld fließt: Vinted, eBay, Kleinanzeigen, Etsy, Depop, Momox Fashion und viele mehr.

Ab wann meldet Vinted dich? Die Grenze von 30 Verkäufen und 2.000 Euro

Nicht gemeldet wird, wer auf einer Plattform in einem Kalenderjahr weniger als 30 Verkäufe macht und dabei weniger als 2.000 Euro erhält. Sobald du eine der beiden Grenzen erreichst, wirst du gemeldet.

Dein Jahr auf einer PlattformMeldung?
29 Verkäufe, 1.500 EuroNein
30 Verkäufe, 250 EuroJa, 30 Verkäufe erreicht
10 Verkäufe, 2.300 EuroJa, über 2.000 Euro
60 Verkäufe, 4.000 EuroJa
  • Die Grenze gilt pro Plattform. 20 Verkäufe auf Vinted und 20 auf eBay lösen keine Meldung aus, 40 auf Vinted allein schon.
  • Gezählt wird das Kalenderjahr, vom 1. Januar bis 31. Dezember. Am 1. Januar startet der Zähler neu.
  • Für Dienstleistungen und Vermietung gibt es keine Grenze, dort wird ab dem ersten Euro gemeldet.

Welche Daten gehen ans BZSt?

Wenn du in die Nähe der Grenze kommst, fragt dich die Plattform nach deinen Daten. Gemeldet werden laut BZSt unter anderem:

  • Name, Wohnanschrift und Geburtsdatum.
  • Deine steuerliche Identifikationsnummer (Steuer-ID) und, falls vorhanden, deine Umsatzsteuer-ID.
  • Die Bankverbindung, auf die du ausgezahlt wirst.
  • Die Summe, die du erhalten hast, aufgeteilt nach Quartalen.
  • Die Anzahl deiner Verkäufe pro Quartal.
  • Gebühren und Provisionen, die die Plattform einbehalten hat.

Wenn du die angefragten Daten trotz Erinnerungen nicht lieferst, muss die Plattform dein Konto sperren oder Auszahlungen zurückhalten. Das schreibt das Gesetz vor, nicht die Plattform.

Wann wird gemeldet und was bekommst du?

  1. 1. Januar bis 31. Dezember: Die Plattform zählt deine Verkäufe und Einnahmen.
  2. Im Laufe des Jahres: Kommst du an die Grenze, bittet sie dich um deine Steuer-ID und weitere Daten.
  3. Bis 31. Januar des Folgejahres: Die Plattform meldet an die Steuerbehörde ihres Sitzlandes. Deutsche Betreiber melden ans BZSt, Vinted als litauisches Unternehmen an die litauische Steuerverwaltung.
  4. Ebenfalls bis 31. Januar: Du bekommst eine Übersicht mit den gemeldeten Daten, aufgeteilt nach Quartalen.
  5. Bis Ende Februar: Die EU-Staaten tauschen die Daten aus. Das BZSt erhält die Daten deutscher Verkäufer und gibt sie an die Finanzverwaltung der Länder weiter.

Heb die Übersicht der Plattform auf. Das sind die Zahlen, die auch dein Finanzamt hat.

Gemeldet heißt nicht besteuert

Das BZSt schreibt es selbst: Aufgrund der gemeldeten Daten bekommst du nicht automatisch einen (höheren) Steuerbescheid. Ob Steuer anfällt, hängt davon ab, was du verkaufst und warum.

Was du machstSteuerpflichtig?
Du verkaufst eigene Kleidung und Sachen, die du benutzt hastIn der Regel nein, Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind ausgenommen
Du verkaufst einen privaten Wertgegenstand (zum Beispiel Sammlerstück) innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit GewinnMöglich als privates Veräußerungsgeschäft, steuerfrei wenn der Gesamtgewinn im Jahr unter 1.000 Euro bleibt
Du kaufst im Secondhandladen, auf dem Flohmarkt oder auf Vinted ein, um teurer weiterzuverkaufenJa, das ist in der Regel eine gewerbliche Tätigkeit

Die Zahl der Verkäufe allein entscheidet nichts. Wer seinen Kleiderschrank ausmistet und dabei 40 Teile verkauft, wird gemeldet und zahlt trotzdem in der Regel nichts. Wer dagegen regelmäßig einkauft, um mit Gewinn zu verkaufen, ist gewerblich unterwegs, auch mit nur 20 Verkäufen im Jahr.

Du kaufst gezielt zum Weiterverkauf? Das kommt auf dich zu

Dann geht es nicht mehr um DAC7, sondern um ganz normales Steuerrecht für Gewerbetreibende. Die wichtigsten Punkte:

  • Gewerbe anmelden beim Gewerbeamt deiner Gemeinde. Das Finanzamt meldet sich danach mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.
  • Einkommensteuer auf deinen Gewinn, also Verkaufserlöse minus Einkaufspreis und Kosten. Den Gewinn ermittelst du meist mit der Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR).
  • Umsatzsteuer: Mit der Kleinunternehmerregelung zahlst du keine, solange dein Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt (Stand seit 2025).

Für all das brauchst du vor allem zwei Zahlen: was du pro Teil bezahlt hast und was du eingenommen hast. In ResellStats trägst du das beim Einkauf ein: Foto machen, Einkaufspreis rein, fertig. Die App zeigt dir deinen Nettogewinn und einen DAC7-Zähler, der mitzählt, wie nah du an 30 Verkäufen und 2.000 Euro bist. Sie ist nicht mit deinem Vinted-Konto verbunden, du trägst deine Artikel selbst ein. Der Steuerbildschirm der App deckt bisher nur französische Regeln ab.

Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keine Steuerberatung. Bei Fragen zu deinem Fall hilft dein Finanzamt oder ein Steuerberater.

Die DAC7-Übersicht ist da: was jetzt?

  1. Prüf, ob Anzahl und Beträge stimmen. Fehler meldest du der Plattform, nicht dem Finanzamt.
  2. Frag dich ehrlich: Verkaufe ich Sachen, die ich selbst benutzt habe, oder kaufe ich ein, um weiterzuverkaufen?
  3. Private Gebrauchsgegenstände: In der Regel musst du nichts in der Steuererklärung angeben.
  4. Weiterverkauf mit Gewinnabsicht: Stell sicher, dass du ein Gewerbe angemeldet hast und die Gewinne in der Steuererklärung stehen.
  5. Heb Kaufbelege auf oder notier dir zumindest, was du für jedes Teil bezahlt hast. Fragt das Finanzamt nach, ist das dein Nachweis.

Fragen

Meldet Vinted meine Verkäufe ans Finanzamt?
Ja, wenn du in einem Kalenderjahr 30 oder mehr Verkäufe machst oder 2.000 Euro oder mehr erhältst. Die Daten landen über das BZSt bei der Finanzverwaltung. Darunter wird nichts gemeldet.
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich über 2.000 Euro auf Vinted verkaufe?
Nicht automatisch. Der Verkauf eigener, gebrauchter Alltagsgegenstände ist in der Regel steuerfrei, auch über der Meldegrenze. Steuerpflichtig wird es, wenn du gezielt einkaufst, um mit Gewinn weiterzuverkaufen.
Zählen Vinted und eBay zusammen für die 30 Verkäufe?
Nein. Jede Plattform prüft die Grenze für sich. Du kannst also von Vinted gemeldet werden und von eBay nicht.
Warum will Vinted meine Steuer-ID?
Weil das PStTG die Plattform verpflichtet, sie bei gemeldeten Verkäufern zu erfassen. Ohne die Daten muss die Plattform nach Erinnerungen dein Konto oder deine Auszahlungen sperren. Die Steuer-ID anzugeben löst keine Steuer aus.

Schluss mit Rechnen von Hand.

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